Schule im Kornspeicher? Bützow sucht einen neuen Platz für Schüler

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Seit Jahren passiert hier an der Bahnhofstraße nichts. Die denkmalgeschützten Gebäude zerfallen. Nun ist das Areal als Standort für einen Schulneubau im Gespräch.

Seit Wochen laufen viele Gespräche hinter verschlossenen Türen über die Zukunft des Schulstandortes an der Warnow

Die Situation ist nicht mehr schönzureden. Der Stadt Bützow fehlen Unterrichtsräume. Denn das Gymnasium und die Regionale Schule teilen sich derzeit ein Gebäude. Doch der Landkreis beansprucht für das Gymnasium weitere Räume. Millionenschwere Investitionen werden deshalb in den kommenden Jahren notwendig sein, um das Problem zu lösen, ist Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos) überzeugt. Deshalb arbeitet die Verwaltung an neuen Konzepten.

Ein heißes Eisen. Seit Wochen laufen Gespräche auf allen Ebenen. Viele haben ein Wörtchen mitzureden. Die Stadtvertreter als Träger der Realschule, der Landkreis als Träger des Gymnasiums, das Land, das Lehrer und vielleicht auch Geld bereitstellt. Nicht zuletzt die Schulleiter vor Ort.

Schulstandort hat Priorität – Sitzung der Stadtvertreter verschoben

Weil noch viele Fragen offen waren und weiterhin sind, hatte Bürgermeister Christian Grüschow bereits die Augustsitzung der Stadtvertreter auf kommenden Montag, 2. September, verschoben. Er hatte gehofft, dass er bis dahin zumindest schon verschiedene Szenarien konkret mit Zahlen unterlegt vorstellen könnte. Doch die vielen Gespräche haben gezeigt, dass auch bis zum Montag nicht alles klar ist. Deshalb werde es am Montag zunächst für den nicht öffentlichen Teil der Sitzung eine „Informationsvorlage“ geben, über die die Stadtvertreter diskutieren werden.

Für Bützows Bürgermeister ist aber klar: Bützow braucht mittelfristig für rund 300 Schüler einen Schulneubau, hatte er bereits im Frühjahr erklärt. „Selbst wenn es am Ende nur 240 bis 250 sind, wir brauchen neue Räume“, wiederholt er in dieser Woche. Grüschow spricht von einem Zeitraum von vier bis fünf Jahren, in dem ein neues Gebäude nötig wird.

Neues Schulgebäude dringend nötig

Mögliche Varianten:

  • Standort 1: Das Areal des ehemaligen Sägewerks. Das sei jedoch zu groß, die Eigentumsverhältnisse schwierig und es sei eine Fläche, auf der noch mit Altlasten zu rechnen sei.
  • Standort 2: Das Areal am Andreassteig, Standort der Kopernikusschule, die 2006 geschlossen und zehn Jahre später abgerissen wurde. Dort wollte der neue Eigentümer baureife Grundstücke für Eigenheime errichten. Bisher ist nichts passiert.
  • Standort 3: Die alte Kornspeicheranlage zwischen Bahnhofstraße und Vierburgweg. Hier bestehe die Möglichkeit, baufällige Objekte teilweise zu sanieren und in ein Gesamtkonzept einzubinden. Zugleich wäre so ein Schandfleck beseitigt. Hier seien die Gespräche, unter anderem mit der Unteren Denkmalschutzbehörde, am weitesten vorangeschritten, erklärt der Bürgermeister. Der Abriss des hinteren Speichergebäudes sei möglich, das vordere Gebäude müsste saniert werden. Diese Variante, da macht Christian Grüschow keinen Hehl draus, ist die von ihm favorisierte.

Der Schulneubau ist aber nur die eine Seite der Medaille. Die zweite ist eine kurzfristige Lösung für bereits jetzt fehlende Unterrichtsräume. Denn bereits im Frühjahr hätte der Landkreis signalisiert, für einen Teil der Räume zum Schuljahresbeginn 2020 Eigenbedarf anzumelden. Bis 2024 will der Kreis „im Prinzip alle Räume kündigen, die wir angemietet haben“, erklärt Christian Grüschow. Das war der Ausgangspunkt, sich jetzt so konzentriert mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Container als Provisorium

Angedacht war unter anderem ein Provisorium in Form einer Containerlösung auf der grünen Wiese am Gymnasium. Kosten: rund eine bis eineinhalb Millionen Euro, so Christian Grüschow. Doch mittlerweile habe es Gespräche der Schulleiter gegeben. Geprüft werde nun, ob auf eine solche Übergangsvariante verzichtet werden könnte, wenn alle für eine gewisse Zeit noch enger zusammenrücken. Auch die Förderschule nebenan solle in die Überlegungen mit einbezogen werden, so der Stand der Dinge wenige Tage vor der Stadtvertretersitzung. Aber es laufen noch Gespräche auf verschiedenen Ebenen, erklärt Christian Grüschow.

Bei all dem sind noch nicht die Kosten berücksichtigt. Die beziffert Grüschow für einen Neubau mit 14 Millionen Euro. Der Fördermitteltopf des Landes sei dafür aber gegenwärtig leer.

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